Kurz gesagt: In den Bauordnungen aller 16 Bundesländer müssen nicht überbaute Grundstücksflächen begrünt und wasseraufnahmefähig sein. Eine Fläche, die überwiegend aus Kies oder Schotter ohne nennenswerte Bepflanzung besteht, erfüllt diese Vorgabe in der Regel nicht. Was das für einen bestehenden Schottergarten bedeutet, welche Unterschiede es zwischen Bundesländern gibt und wie eine regelkonforme Umgestaltung aussieht, lesen Sie hier.
Ist mein Schottergarten wirklich verboten?
Nach übereinstimmender Regelung in den Landesbauordnungen müssen unbebaute Grundstücksteile begrünt und wasserdurchlässig bleiben, wie NABU zur Rechtslage bei Schottergärten erläutert. Eine reine Schotterfläche ohne Pflanzen zählt dabei in der Regel nicht als Begrünung, selbst wenn sie durchlässig verlegt wurde. Entscheidend ist, ob die Fläche als Ganzes noch eine Begrünungsfunktion erfüllt.
🌿 Grüner Tipp von Green Crew:
Nicht jede Fläche mit Kies oder Splitt fällt automatisch unter das Verbot. Bepflanzte Kiesbeete, Mulchflächen aus Splitt rund um trockenheitsverträgliche Stauden oder ein einzelner Kiesweg zählen normalerweise nicht als Schottergarten.
Schottergarten oder Steingarten, wo liegt der Unterschied?
Ein Steingarten ist ein bewusst gestaltetes Element mit Findlingen, Trockenmauern und speziell ausgewählten, meist mediterranen oder alpinen Pflanzen, die genau auf diesen Standort abgestimmt sind. Ein Schottergarten dagegen ist häufig eine großflächig verlegte, weitgehend vegetationsfreie Kiesschicht, oft mit Unkrautvlies darunter, die vor allem den Pflegeaufwand senken soll. Rechtlich zählt für die Bauaufsicht nicht die Bezeichnung, sondern der tatsächliche Bewuchs der Fläche.
Was gilt in meinem Bundesland?
Die Grundregel aus den Landesbauordnungen gilt bundesweit. Einzelne Länder haben zusätzlich nachgeschärft:
- Baden-Württemberg: § 21a des Landesnaturschutzgesetzes verbietet seit dem 31.07.2020 ausdrücklich Schotterungen zur Gestaltung privater Gärten.
- Niedersachsen: Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht entschied im Januar 2023 (Az. 1 LA 20/22), dass ein mit Kies bedecktes Beet mit nur vereinzelten Pflanzen keine Grünfläche im Sinne der Bauordnung ist.
- Alle anderen Bundesländer: Es gilt die allgemeine Begrünungspflicht aus der jeweiligen Landesbauordnung. Wie streng eine Gemeinde das im Einzelfall prüft und durchsetzt, ist unterschiedlich.
Da sich die Auslegung und Durchsetzung von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden kann, ist im Zweifel das örtliche Bauamt die zuverlässigste Anlaufstelle.
Was passiert, wenn meine Fläche nicht den Vorgaben entspricht?
Kommunen können anordnen, dass eine nicht regelkonforme Fläche wasserdurchlässig gestaltet und begrünt wird. Wie streng und wie schnell das durchgesetzt wird, hängt von der jeweiligen Gemeinde ab.
Zu den Kosten einer Umgestaltung lässt sich pauschal wenig sagen, da sie stark von Flächengröße, Untergrund und gewünschter Neubepflanzung abhängen. Statt einer groben Schätzung empfiehlt sich ein Vor-Ort-Termin mit einem unverbindlichen Angebot.
Schottergarten umgestalten, so gelingt die Begrünung
Eine Umgestaltung bedeutet nicht zwangsläufig, den kompletten Kies zu entfernen. Je nach Ausgangslage gibt es unterschiedliche Wege:
- Nachbepflanzung: Trockenheitsverträgliche Stauden und Gräser lassen sich direkt in vorhandene Kiesflächen einsetzen, wenn darunter noch ausreichend Erde vorhanden ist, etwa heimische Halbsträucher wie Lavendel und Rosmarin oder Ziergräser für trockene, sonnige Standorte.
- Teilrückbau: Größere Kiesflächen werden abgetragen, mit Erde aufgefüllt und neu bepflanzt, während einzelne Kieswege oder -beete als Gestaltungselement erhalten bleiben.
- Kompletter Rückbau und Neuanlage: Bei stark verdichteten oder mit Vlies unterlegten Flächen ist häufig eine vollständige Neuanlage sinnvoller als eine Nachbesserung.
Für die Umgestaltung einer Fläche, ob Teilrückbau oder komplette Neuanlage, übernimmt Green Crew Planung und Umsetzung über den Garten- und Landschaftsbau. Die laufende Pflege der neu bepflanzten Fläche läuft anschließend über die Garten- und Grünpflege.
So starten Sie mit Green Crew

Schildern Sie über das Kontaktformular oder telefonisch, wie Ihre Fläche aktuell aussieht. Green Crew meldet sich in der Regel innerhalb von 48 Stunden zurück, bespricht mit Ihnen den Umfang vor Ort und erstellt ein unverbindliches Angebot für die Umgestaltung.
Häufige Fragen zum Schottergarten
Was ist überhaupt ein Schottergarten?
Als Schottergarten bezeichnet man eine Fläche, die großflächig mit Kies oder Splitt bedeckt ist, meist auf einem Unkrautvlies, mit wenig bis keiner Bepflanzung. Er unterscheidet sich damit von einem gestalteten Steingarten mit gezielt ausgewählten Pflanzen.
Ist ein bestehender Schottergarten sofort illegal?
Nicht automatisch illegal, aber in den meisten Bundesländern nicht regelkonform, wenn die Fläche keine Begrünungsfunktion mehr erfüllt. Ob und wann eine Kommune einen Rückbau verlangt, entscheidet die zuständige Behörde im Einzelfall.
Wie viel kostet der Rückbau eines Schottergartens?
Das hängt stark von Flächengröße, Untergrund und der gewünschten Neubepflanzung ab, weshalb sich keine seriöse Pauschalzahl nennen lässt. Ein Vor-Ort-Termin mit unverbindlichem Angebot gibt Ihnen eine verlässliche Einschätzung für Ihre konkrete Fläche.
Muss ich den ganzen Kies entfernen, oder reicht Bepflanzung?
Wenn unter der Kiesschicht noch ausreichend Erde vorhanden ist, reicht oft eine gezielte Nachbepflanzung mit trockenheitsverträglichen Pflanzen aus. Bei stark verdichteten oder mit Vlies unterlegten Flächen ist meist ein Teil- oder Komplettrückbau nötig.
Dieser Beitrag fasst die allgemeine Rechtslage zusammen und ersetzt keine rechtliche Einzelfallberatung. Ob und welche Vorgaben für eine konkrete Fläche gelten, klärt im Zweifel die zuständige Kommune oder Bauaufsichtsbehörde.
